Das Großreich Assyrien

Inhalt:

  1. Geografische Lage

  2. Erste Siedlungen und ihre Entwicklungen in diesem Gebiet

  3. 3. Kultur

  4. Die 3 assyrischen Reiche
    1. Das altassyrische Reich (1800 - 1375 v. Chr.)
    2. Das mittelassyrische Reich (1375 - 1047 v. Chr.)
    3. Das neuassyrische Reich (883 - 612 v. Chr.)
      1. Der Machthöhepunkt
      2. Der Untergang

  5. Landkarte

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1. Geografische Lage:

Assyrien ist der Name des Gebietes am mittleren Tigris sowie ein Reich in Mesopotanien.
Das assyrische Reich erstreckte sich, während seiner größten Ausdehnung um 627 v. Chr. vom mittleren Nil im Süden, bis zum Nil-Delta im Westen und fast bis zum Schwarzenmeer im Norden. Im Süd-Osten erstreckte sich das Land bis zum Persichen Golf. Das wäre in heutigen Staaten:
Teile Ägyptens, Israel, Libanon, Syrien, Irak und Teile der Türkei

2. Erste Siedlungen und ihre Entwicklungen in diesem Gebiet:

In der Altsteinzeit kamen die ersten Menschen in das Gebiet und besiedeteln es. Die ersten Archeologischen Funde stammen aus der Neandertaler-Epoche.
Seit 6500 v. Chr. begannen sie das Land als Nutzfläsche, zum Ackerbau zu verwenden.
Um 3000 v. Chr. eroberten wahrscheinlich semitische Nomaden dieses Gebiet und brachten ihre Sprache mit. Diese war mit der Babylonischen sehr eng verwandt.

3. Kultur:

Auf dem Gebiet der Kultur und Brauchtümer, übernahmen die Assyrer viel von den Babyloniern. Assyrische Könige erweiterten auch oft ihre Bibliotheken mit denen der Babylonier. Sie übernahmen ebenfalls die Gemeinschafts- und Familienregeln. Die assyrische Relegion stammte auch von den Babyloniern ab, wobei die Assyrer den babylonischen Gott Marduk durch ihren Gott Assur ersetzten.

4. Die 3 assyrischen Reiche:

4.1 Das altassyrische Reich (1800 - 1375 v. Chr.):

Das altassyrische Reich wurde von Schamschi-adad 1. gegründet. Es war das erste assyrische Reich was begründet wurde. Dieses Reich zerfiel allerdings relativ schnell wieder. Der Sohn des o.g. Königs, Ischme-dagan 1. wurde von Rimsin von Larsa besiegt und wurde später Knecht des babylonischen Königs Hammurapi.
Im 16. Jahrhundert wurde die babylonische Herrschaft von den Kassiten besiegt. Kurz darauf drangen die Churriter in das Land aus dem Norden ein und errichteten ihr Königreich Mitanni. Die Churriter wiederum gerieten durch die Hethiter unter Druck. Trotzdem hielt deren Herrschaft bis ins 14. Jahrhundert.

4.2 Das mittelassyrische Reich (1375 - 1047 v. Chr.):

Unter König Assur-uballit 1. konnte durch ein Bündnis mit den Hethitern die Unabhängigkeit Assyriens gesichert werden, und es konnten sogar einige Gebiete der Churriten zurückerobert werden. Anschließend stieg Assyrien unter mehreren Königen zur Großmacht auf. Dies geschah hauptsächlich durch militärische Eroberungskriege, die der Expansion dienten. Als folge daraus, wurde das Militär im assyrischen Reich immer einflußreicher.
Um 1200 v. Chr. veränderten sich die Machtverhältnisse im Orient drastisch. Die Seevölker zerstörten das hethitische Reich und drangen nach Syrien und Palästina vor, während das indoeuropäische Volk der Muschki nach Assyrien vorstieß. Die Assyrer konnten diesen Vorstoß aber zurückschlagen. Da die Muschki jedoch bereits im Nord-Westen von Assyrien siedelten wurden sie zu einer ständigen Bedrohung Assyriens. Eine weitere Bedrohung für Assyrien waren die im Westen einfallenden Aramäer.
Assyrien hatte allerdings auch einen Vorteil aus der Wanderung. Es wanderten viele hethitische Schmiede, die führend in der Eisenwaffen Herstellung waren, ein. Dadurch hatten sie einen militärischen Vorteil, da ihre Soldaten nun mit Rüstungen, Streitwagen, Pferden und Belagerungsgeräten ausgestattet wurde. Diese Armee wurde auch dazu eingesetzt, Feinde einzuschüchtern, was durch extreme Grausamkeit erfolgte. Aufständige, Feinde, sowie Kriegsgefange und Gefange wurden getötet oder zur unbedingt notwendigen Sklavenarbeit herangezogen.
Mit diesen Methoden verteidigte Tiglatpileser 1. das Reich gegen die Aramäer und Muschki und rückte anschließend bis zum Mittelmeer vor. Desweiteren führte er Zerstörungsfeldzüge nach Norden bis zum Vansee, nach Nordosten in die heutige Türkei und ins heutige Syrien durch. Bei diesen Feldzügen wurde lediglich zerstört, aber kein Land erobert.<
Im 10. Jahrhundert wurden nun große Gebiete der Aramäer erobert und ans Reich angegliedert.
Diese Gebiete wurden jedoch oft wieder verloren, wenn ihre Gewaltherrschaft, durch Erbstreitigkeiten oder Lockerung der Gesetze geschwächt wurde.

4.3 Das neuassyrische Reich (883 - 612 v. Chr.):

Im neuassyrischen Reich wählte König Assurnasirpal 2. Kalach anstatt Assur als Hauptstadt. Von dort erweiterte er das Reich nach Norden und Osten. Er gründete auch den "Brauch", jedes Jahr einen Zerstörungsfeldzug in ein Nachbarreich zu unternehmen. Um 824 v. Chr. folgte Erbschaftsstreitigkeiten ein 8 jähriger Bürgerkrieg. Dieser endete mit der Thronbesteigung von tiglatpileser 3.. Unter diesem blühte das assyrische Reich (kriegerische Leben) wieder auf. Er unterwarf weitere Aramäische Stämme, vertrieb die Urartu und eroberte weitere aramäische Staaten. Anschließend machte er sich selber zum Herrscher von Babylon.
Sein Nachfolger, Sargon 2., erweiterte das Reich dann nocheinmal, und es erreichte seine größte Ausdehnung. Um die Verwaltung zu gewährleisten, wurde das Reich in 70 Provinzen mit jeweils einem Statthalter eingeteilt. Diese waren direkt dem König verantwortlich. Er förderte nun auch die Landwirtschaft, den Handel, und die Kultur.
Am Ende seiner Regierungszeit, lies er die Stadt Dur-Scharrukin im Norden von Ninive erbauen. Dort wurden in seinem prunkvollen Palast seine großen Taten in Reliefs verewigt.

4.3.1 Der Machthöhepunkt:

Die Nachfolger Sargons setzten sich die Eroberung Babylons und Ägyptens zum Ziel. Hierfür zogen sie Streitkräfte aus dem Norden ab, wodurch die Meder, die kimmerier und die Skythen an Stärke gewannen.
Schließlich wurde Ninive unter Sanherib die Hauptstadt. Er baute auch die erste assyrische Kriegsflotte. Als Rache für die Angriffe der Babylonier und Chaldäer lies er die heilige Stadt (Eine Stadt, die den heiligen Status hat, genoss Imunität) Babylon niederbrennen und überfluten.
Sein Sohn lies diese jedoch wieder aufbauen. Er veranlasste auch den Bau der Bibliothek in Ninive, die zehntausende Tontafeln enthält und damit zu den bedeutendsten Bibliotheken des Orients zählt.

4.3.2 Der Untergang:

Um 620 v. Chr. gründeten die Meder, die Skythen, die Babylonier unter Nabopolassar eine Koalition. 614 eroberten sie Assur, 612 Ninive. Kurz darauf wurde der letzte assyrische König in Charran besiegt und die Schreckensherrschaft der Assyrer war damit beendet.

5. Landkarte: