Bagger1


Das Rheinische Braunkohlerevier und die
Probleme für die Umwelt



Quellenangaben:

  1. Unsere Braunkohle vom DEBRIV (Juli 1998)
  2. Braunkohle vom DEBRIV (April 1997)
  3. Braunkohle in Deutschland (1994)
  4. Landschaftsgestaltung und Ökologie im rheinischen Braunkohlenrevier von Rheinbraun (10.01.91)
  5. http://www.rheinbraun.de
  6. http://www.rwe.de


Bagger bei der Arbeit Bagger2 im Halbdunkeln




Wie entstand Braunkohle?

Braunkohle entstand vor 12 bis 35 Millionen Jahren aus Pflanzen und Mooren. Da früher der Erdboden abgesunken ist und damit, daß Grundwasser stieg sind Moore entstanden. Wenn nun Pflanzen abgestorben sind, wurden sie mit Wasser überdeckt, wodurch sie der Zersetzung mit Sauerstoff entzogen wurden. Dann legten sich mit der Zeit Schlammassen über die Pflanzen, die einen hohen Druck auf die Pflanzen ausübten. Durch diesen Druck verdichtete sich die pflanzliche Substanz. Dies hatte zur Folge, daß sich Torf bildete, der dann durch einen langen biochemischen Prozeß zur Braunkohle wurde. Dieser Vorgang heißt "Inkohlung".

Wieviel Braunkohle befindet sich in Deutschland?

Deutschland besitzt rund 10% der Braunkohle, die auf dieser Erde lagern. Das sind ca. 80 Milliarden Tonnen, wo von wiederum 55 Milliarden Tonnen im Ruhrpott lagern. Somit liegt im Ruhrpott das größte zusammenhängende Braunkohlefeld Europas. In Ostdeutschland lagern noch 13 Milliarden Tonnen und in Mitteldeutschland noch mal 10 Milliarden Tonnen Braunkohle. Allerdings können nur 40 Milliarden Tonnen wirtschaftlich genutzt werden. BILD S.7

Wie stark hängt Braunkohle im Energienetz

Insgesamt werden 40% unseres Energiehaushaltes durch Braunkohle abgedeckt. Davon werden 90% in Strom (22.000 Megawatt) und Wärmeenergie umgesetzt. Dadurch gewinnt Braunkohle umgehend an Bedeutung und ist nicht mehr so schnell weg zu denken. Weiterhin wird der Strommarkt steigen, wodurch die Braunkohlewirtschaft auch wieder gefestigt wird. BILD S.5 und S.12

Das Energieproblem

Eines der größten Probleme unserer Erde sind die Ressourcen. Sie werden immer geringer, aber es gibt immer mehr Menschen, die sie benötigen. So lebten 1970 noch 3,5 Milliarden Menschen auf der Erde, durch die der Weltenergieverbrauch rund 7,9 Milliarden Tonnen SKE betrug. Mit der Einheit SKE (Steinkohleeinheit) bezeichnet man die Energiemenge, die in der entsprechenden Menge Steinkohle vorkommt. Heute leben 6 Milliarden Menschen auf der Erde und verbrauchen 13,5 Milliarden Tonnen SKE, und im Jahre 2020 leben ca. 8 Milliarden Menschen auf der Erde und haben einen Verbrauch von ungefähr 16 Milliarden Tonnen SKE. BILD S.13

Probleme für die Umwelt

Um Braunkohle abbauen zu können, muß der Grundwasserspiegel bis unter den tiefsten Punkt des Tagebaues abgesenkt werden. Dies ist natürlich ein massiver Eingriff in das umliegende Ökosystem. Um das Problem auf ein Minimum zu senken, werden an den Rändern der Abbaustellen Dichtwände eingesetzt, wodurch das umliegende Grundwasser nicht auch noch in die Gruben fließt, und mit abgepumpt wird. Dadurch bleibt der Grundwasserspiegel in der Umgebung relativ hoch. Weiterhin wirkt sich auf 90% der äußeren Flächen sowie so nicht die Absenkung des Grundwassers aus, da im Ruhrgebiet sehr häufig der Lößboden vorkommt, der das meiste Regenwasser speichert und nicht bis zum Grundwasser durch sickern läßt. In diesen Gebieten beziehen die Pflanzen das Wasser aus dem Lößboden.

Probleme für die Umwelt, dargestellt am Beispiel GARZWEILER 2

Die Errichtung von Garzweiler2 hat Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht am linken Niederrhein. In diesem Gebiet befinden sich viele Feuchtgebiete, die unter Naturschutz stehen, wozu auch der Internationale Naturpark Maas-Schalm-Nette gehört.
Die Fläche, die Garzweiler2 in Anspruch nimmt, liegt bei ungefähr 48qkm. Dafür müßte u.a. das größte Grundwasserreservoir von NRW, die niederrheinische Bucht, abgepumpt werden. Das abzupumpende Gebiet ist um ein Vielfaches größer, als das eigentliche Abbaugebiet.
Die maximale Ausdehnung der Grundwassersenkung würde man in den Jahren zwischen 2025 und 2045 erreichen. Die hierfür abzupumpende Menge ab 2020 betrüge jährlich 150 Milliarden Liter. Damit würde man notwendige Trinkwasservorräte vernichten und auch der Natur in dieser Region ihr Wasser entziehen.
Um diese gewaltigen Mengen des Grundwassereinkommens von NRW wieder aufzufüllen, bräuchte man, laut Schätzungen von Experten, Jahrhunderte. Das ist eine große Gefahr für den internationalen Naturpark Maas-Schalm-Nette. Die Folge daraus wäre, daß die einzigartigen Erlenbruchwälder, die für Zugvögel von großer Bedeutung sind, zu Grunde gehen. Außerdem würden dadurch ein großer Teil der dort lebenden Vögel und Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, vertrieben oder sogar ausgerottet.
Man macht sich ebenfalls noch Gedanken, was mit dem zurückbleibenden Braunkohleabbaugiet, welches dann nur noch ein riesiges Loch ist,werden soll. Dieses Loch soll dann als eine Art Restsee dienen. Doch um das riesige Loch wieder mit Wasser zu füllen, müßte man eine Wasserleitung zwischen dem Rhein und dem Loch verlegen, die in 45 Jahren 60 Millionen Kubikmeter Rheinwasser pro Jahr heranpumpen müßte. Zumal ist das keine sehr sinnvolle Lösung, in dem zurückgebliebenden Abbaugebiet einen Restsee zu errichten. Denn die Materialien, die in dem Abbaugebiet noch enthalten sein werden sind u.a. Schwefeleisenmineralien, welche in Verbindung mit Wasser zu Schwefelsäure umgewandelt werden. Die Folge hieraus ist, daß das Restsee- als auch das Grundwasser und die in der Umgebung liegenden Böden versauern würden, und somit den Rest des Wassers mit Sulfaten, Schwermetallen, Arsen und Quecksilber verschmutzen.

Um das Klima global zu stabilisieren, müssen die Industrieländer ihre CO2- Ausströmungen bis zum Jahre 2005 um 25%, bis 2020 um die Hälfte und bis 2050 um 80% reduzieren. Damit das Vorhaben auch zu realisieren ist, müßten neue Tagebauvorhaben auch umgesetzt werden.
Die RheinischenWerkeEssen ( RWE ) gehen davon aus, daß in 25 Jahren in den Braunkohlenkraftwerken weder ein Gramm weniger Braunkohle verbrannt wird noch ein Gramm weniger CO2 aus den Schornsteinen geht.
Für dieses Vorhaben investiert RWE 20 Milliarden DM, das so gesehen bewußter Betrug ist, denn man kann eine Minderung des Kohlenstoffdioxidgehaltes nicht versprechen, sondern es läßt sich nur detailliert ausführen. Damit der Klimaschutz gewährleistet ist, muß heute etwas getan werden. Es ist möglich, eine Halbierung in 25 Jahren zu erlangen, indem man konsequent umsteuert. Das wichtigste Instrument ist die Energiesteuer, weil durch die Erzeugung von Energie dieses in Energiekosten eingerechnet werden kann, wodurch Energiesparmaßnahmen lukrativer werden.
Die Folge ist, daß hierdurch die Braunkohle stärker belastet wird.
Es muß ein Umbau der Energiewirtschaft erfolgen, damit man Energieinvestitionen in den nächsten 30 Jahren ermöglichen kann. Dafür ist vorgesehen, daß es keinen Bedarf an ausschließlich stromerzeugenden Großkraftwerken mehr gibt.
Ziel ist es, die Investitionen der Energiewirtschaft in die Energieeinsparung zu leiten.
Zukünftig wird es auch weiter hin Stein- und Braunkohlekraftwerke geben, die in einer ökologischen Energieversorgungsstruktur stehen, d.h. jede Investition der Energiewirtschaft wird unter ökologischen Gesichtspunkten geprüft.

Braunkohle zeichnet sich unter allen fossilen Energieträgern durch die größten Reserven aus. So kann die im Jahr 1996 weltweite Fördermenge an Braunkohle von 967 Mio t aus den als wirtschaftlichen Lagerstätten mehrere hundert Jahre aufrechterhalten werden. Bei Öl und Erdgas kann man das jedoch nur wenige Jahrzehnte.

Die Braunkohle sichert Arbeit, Einkommen und Kaufkraft!

Der Braunkohlenbergbau hat im Rheinland eine lange Tradition. Er hat die Region mit geprägt. Die Menschen leben mit und von dieser Industrie. Auch der strukturelle Wandel der Wirtschaft konnte das nicht grundlegend ändern.

In Tagebauen, Veredlungsbetrieben und Kraftwerken des Reviers sind mehr als 17 000 Menschen beschäftigt. Allein die Rheinbraunmitarbeiter tragen mit ihren Löhnen und Gehältern von mehr als 1,1 Milliarden Mark jährlich zur Kaufkraft der Region bei. Außerdem zahlen sie jährlich rund 285 Millionen Mark Sozialversicherung, was für den Staat sehr wichtig ist. Ein wichtiger bestandteil der Infrastruktur im Kohlerevier ist die Versorgung des Wohnungsmarktes, wobei die Wohnungsbauunternehmen auch der Rheinbraun eine Rolle spielen.
Auch indirekte Wirkungen gehen vom Bergbau aus. Aufträge von Rheinbraun sichern tausende Arbeitsplätze in anderen Unternehmen in der Region. Davon profitieren vor allem Baufirmen und Hersteller von Industrieanlagen, aber auch andere kleinere Betriebe, die nichts direkt mit Braunkohle und Technik zu tun haben. Über Millionenaufträge freuen sich Werkzeug- und Großmaschinenhersteller in ganz anderen Regionen, die damit auch von der Braunkohlewirtschaft mit abhängig sind. Schließlich ist auch der preisgünstige Braunkohlenstrom ein wichtiger Standortfaktor, der meistens direkt vor Ort in der nähe des Abbaus erzeugt und ins Netz gespeist wird.

Daher sagt Rheinbraun:

"Diesen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen des Braunkohlenbergbaus gilt es mit zu bedenken, wenn die mit dieser Industrie unvermeidlich verbundenen Belästigungen und Belastungen bewertet werden sollen."

Keine Finanzförderungen erforderlich.

Da Braunkohle der einzige, in ausreichenden Mengen vorhandene heimische Energieträger ist, der zu Importen konkurrenzfähig ist, kann sie die Importsteinkohle auf dem Gebiet der Grundlastversorgung zurückdrängen.
Ein Grund dafür ist, daß die kontinuierlich arbeitende und großdimensionierte Fördertechnik zu niedrigen Förderkosten beiträgt. Wer sich vor dem Bau neuer Kraftwerke für einen Brennstoff zu entscheiden hat, muß den günstigen Preis der Braunkohle berücksichtigen. Der Grund gilt allerdings nur, wenn sowieso in der Nähe eines Braunkohlereviers ein Kraftwerk gebaut wird, da sich der Transport von Braunkohle nicht lohnt.
Dazu kommt, daß die Braunkohle, im gegensatz zu der heimischen Steinkohle, keine Subventionen benötigt. Durch schon lange eingeführte "Kostensenkungsprogramme" (oft Arbeiterentlassungen) wird zumindest Rheinbraun diese Wettbewerbsfähigkeit auch langfristig sichern. Dank schlankerer Strukturen bei Organisation und Produktion soll der Preis für Braunkohle sinken. Das gilt für keinen vergleichbaren Energieträger.

Technische Neuerungen und Verbesserungen prägen die lange Entwicklung der rheinischen Braunkohlenindustrie, wobei sich ein großes Know-how in Tagebau-Technologie angesammelt hat. Die Rheinbraun Engineering und Wasser GmbH (RE), Köln, hat dieses Wissen bisher in fast 40 Länder exportiert. Beispiele: Abbau von Kohle in Indonesien, Kupfer in Chile, Ölschiefer in Estland.

Der Leistungsumfang von RE (Rheinbraun Engeneering und Wasser GmbH) umfaßt

  • Tagebautechnik
  • hydrologische, geotechnische und geomechanische Untersuchungen
  • Materialtransport und Logistik
  • Geräteplanung und Spezifikationen
  • Planung der Infrastruktur
  • Maßnahmen des Umweltschutzes
  • Kohleverarbeitung und Anwendungstechnik
  • Wirtschaftliche Bewertungen
  • Beschaffung und Errichtung von Anlagen
  • Betriebsführung, Wartung und Instandhaltung
  • Training
  • Reorganisation und Restrukturierung

Die obige Tabelle stammt aus dem Internet; das wichtige wurde markiert

Darüber hinaus betreibt RE im rheinischen Braunkohlenrevier Wasserversorgungsanlagen für die Aufbereitung von Grundwasser, das bei der Tagebau-Entwässerung als "Abfall" übrigbleibt. RE liefert es als Trink- und Brauchwasser an verschiedene öffentliche Versorger, vor allem an die Stadtwerke Düsseldorf und Neuss.

Brennstoffhandel und -vertrieb

Der Vertrieb der Braunkohlenprodukte aus dem rheinischen Revier ist das Stammgeschäft der Rheinbraun Brennstoff GmbH (RBB). Über den regionalen Vertrieb der eigenen Produkte hinaus ist RBB europaweit im Handel mit verschiedenen Brennstoffen tätig. Zu den Handelsgütern im In- und Ausland gehören nicht nur die rheinischen und ostdeutschen Braunkohleprodukte, es wird auch mit heimischer Steinkohle, Importsteinkohle, Petrolkoks und flüssigen Brennstoffen gehandelt, meistens durch Tochtergesellschaften.

Braunkohle weltweit.

Braunkohle wird außer in Afrika in allen Kontinenten der Erde abgebaut. West- und Mitteleuropa sind - anders als bei Öl, Erdgas und Steinkohle - Schwerpunkt der Braunkohlengewinnung. So entfielen 1996 rund 69 % der weltweiten Braunkohlengewinnung auf Zentraleuropa (einschließlich Türkei und Rußland). Des weiteren trugen Nordamerika mit 12 %, asiatische Staaten mit 13 % und Australien mit 6 % zur Braunkohlenförderung bei.
In der Rangliste der wichtigsten Förderstaaten steht Deutschland an erster Stelle. So entfällt auf Deutschland knapp ein Fünftel der Weltproduktion. Die nächstgrößten Produzentenländer waren 1996 Rußland (89 Mio. t), die USA (80 Mio. t), Polen (64 Mio. t), Tschechien (60 Mio. t), Griechenland (60 Mio. t), Australien (57 Mio. t), China (55 Mio. t), Türkei (54 Mio. t) und Rumänien (36 Mio. t). Diese zehn Staaten gewinnen mit 742 Mio t mehr als drei Viertel der Gesamtförderung.
Der Abbau von Braunkohle, der 1996 im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 26 Mio t gestiegen war, erfolgt im Tagebau. In vielen Ländern der Erde kommt dabei in Deutschland entwickelte und hergestellteTechnik zum Einsatz. Die in den deutschen Tagebauen genutzten Großgeräte sind somit eine wichtige Referenz für die deutschen Anlagenbauer.
Die Nutzung der Braunkohle erfolgt fast ausschließlich in den Gewinnungsländern selbst. Der grenzüberschreitende Handel mit Braunkohle ist auf unter 1 % der Fördermenge begrenzt. Demgegenüber beträgt der Anteil der international gehandelten Mengen an der Förderung bei Öl 56 %, bei Erdgas 19 % und bei Steinkohle 12 %.
Die lagerstättennahe Nutzung erklärt sich durch den im Vergleich zu Öl, Erdgas und Steinkohle niedrigeren Heizwert (Brennwert, Energieinhalt) der Braunkohle. Ein Transport von Rohbraunkohle über größere Entfernungen ist deshalb meist nicht wirtschaftlich.
Hauptabnehmer der Braunkohle sind Kraftwerke, deren Standorte oft in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Abbaugebiete sind. An der weltweiten Stromerzeugung von rund 13 Bio Kwh war die Braunkohle 1996 mit nur 4 % beteiligt. In den großen Braunkohleförderländern geht ihre Bedeutung allerdings weit über diesen Durchschnittswert hinaus. So gehört die Braunkohle in Deutschland mit einem Anteil von rund 26 % mit Kernenergie und Steinkohle zu den wichtigsten Energieformen der Stromversorgung. In anderen Ländern ist der Beitrag der Braunkohle zur Elektrizitätserzeugung zum Teil noch höher. Dies gilt für Griechenland (69%), Tschechien (62 %) und Polen (36 %).

Anlage: Auszüge aus den Geschäftsberichten von Rheinbraun und RWE aus dem Internet. Auf diese Anlage urde hier verzichtet, da man wahrscheinlich im Internet den Geschäftsbericht von RWE und Rheinbraun des Geschäftsjahres 1997/1998 einsehen kann.