Der Euro

Das Thema Euro und Europische Union ist heute so Interessant, weil die Einfhrung des Euro, und damit das Zusammenwachsen Europas, fr uns alle gravierende Folgen haben. So werden wir uns nicht nur auf eine andere, in Europa einheitlichen Whrung, sondern wahrscheinlich auch auf genderte Voraussetzungen Einstellen mssen. Dazu wird wahrscheinlich auch gehren, dass man als Arbeitnehmer, sowie als Arbeitgeber, viel flexibler mit den Wohn- und Standorten, nicht nur in dem jeweiligen Land, sondern auch in ganz Europa umgehen lernen mu. Man sieht an diesem kleinen Ausblick schon, dass es sehr wichtig ist, vor allem als Schler, ber dieses Thema informiert zu sein, da es schon in naher Zukunft soweit ist, das es zumindest eine Einheitliche Whrung gibt, den Euro.

Die Europische Union

Vor November 1993 hie die Europische Union Europische Gemeinschaft. Die EG setzte sich aus drei ursprnglich getrennten Organisationen zusammen, der Europischen Gemeinschaft fr Kohle und Stahl (EGKS), die 1951 gegrndet wurde, der Europischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, oft auch Gemeinsamer Markt genannt) und der Europischen Atomgemeinschaft (EAG bzw. EURATOM), die beide 1957 gegrndet wurden. 1967 schlossen sich die drei Organisationen zusammen und bildeten die EU mit ihrem Hauptsitz in Brssel.
Die Europische Union (EU) ist eine europische supranationale Organisation mit folgenden Zielsetzungen: eine immer engere Union der Vlker Europas, ein ausgewogener und dauerhafter wirtschaftlicher und sozialer Fortschritt (Raum ohne Binnengrenzen , Wirtschafts- und Whrungsunion, wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt), die Erhaltung einer eigenen Identitt im nationalen Bereich bei gemeinsamer Auen- und Sicherheitspolitik und Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres. Weiterhin soll der gemeinschaftliche Besitzstand gewahrt und weiterentwickelt werden. Prinzipien hierbei sind die Achtung vor der nationalen Identitt der Mitgliedsstaaten mit demokratischen Regierungssystemen, die Achtung der Grundrechte entsprechend der Europischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte (1950) und die Achtung der allgemeinen Grundstze des Gemeinschaftsrechtes. Der Vertrag ber die Europische Union trat am 1. November 1993 in Kraft, als die zwlf Mitgliedsstaaten der Europischen Gemeinschaft (EG) - Belgien, Dnemark, Frankreich, Deutschland, Grobritannien, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal und Spanien - den Vertrag, auch Vertrag von Maastricht genannt, ratifizierten. Dieses von den Mitgliedern bereits 1992 in Maastricht in den bNiederlanden unterzeichnete Abkommen machte die Lnder automatisch zu Mitgliedern der EU. Bis heute haben auch sterreich, Schweden (Sverige) und Finnland (Suomi) den Vertrag ratifiziert, so dass die EU nun 15 Mitgliedstaaten zhlt. Es haben auch verschiedene andere Staaten bereits eine Mitgliedschaft bei der Europischen Union beantragt.
Durch den Vertrag ber die Europische Union erhielten die Brger jedes Mitgliedstaates zustzlich zu ihrer jeweiligen nationalen Brgerschaft die europischen Brgerrechte (Unionsbrgerschaft). Die Zoll- und Einwanderungsabkommen wurden erweitert, um den Brgern grere Wahlfreiheit zu geben, in welchem Land sie leben bzw. arbeiten mchten. Auerdem wurden die Grenzkontrollen gelockert.
Das Recht, Entscheidungen zu treffen, teilt sich in der EU zwischen supranationalen europischen Organen (Europischer Rat, Europisches Parlament, Rat der Europischen Union (Ministerrat), Europische Kommission, Europischer Gerichtshof) und den Regierungen der Mitgliedsstaaten auf.

Die Europische Whrungsunion (EWU)

Die EWU wurde erstmals 1970, im sogenannten Werner-Plan als Ziel formuliert. Unter der Leitung des damaligen luxemburgischen Ministerprsidenten Werner wurde ein Stufenplan fr eine Wirtschafts- und Whrungsunion verabschiedet, die bis Ende der siebziger Jahre erreicht werden sollte. Deren Ziele lauteten u. a.: vllige Freizgigkeit des Geld- und Kapitalverkehrs innerhalb der EG, zentralgesteuerte Kredit- und Whrungspolitik sowie unvernderliche Wechselkurse ohne Schwankungsbreite.
Im Jahr 1975 wurde der Ecu (European Currency Unit) -der Vorlufer des Euro- zunchst als Kunstwhrung, die sich nach einen speziellen Schlssel aus den Whrungen der einzelnen Mitgliedsstaaten zusammensetzte, eingefhrt. Der lpreisschock, die weltweite Inflation sowie starke Schwankungen der Wechselkurse verhinderten Mitte der siebziger Jahre weitere Fortschritte auf dem Weg zu einer Whrungsunion.
Schlielich wurde am 13.03.1979 das Europische Whrungssystem (EWS) erstellt. Die Grndungsmitglieder waren Belgien, Dnemark, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande sowie Grobritannien, wobei alle Lnder auer Grobritannien dem EWS zustimmten. Das EWS hat weiterhin noch das Ziel eine gute finanzielle Zusammenarbeit zu frdern, sowie Dienstleistungs-, Waren- und Kapitalverkehr zu erleichtern.
Der Hauptbestandteil des EWS ist der Wechselkursmechanismus, der ein festgelegter Wechselkurs ist, welcher auf der knstlichen Europischen Whrungseinheit basiert.
Die Whrungseinheit besteht aus verschiedenen Whrungen der EU-Lnder. Aus dem Anteil am Bruttosozialprodukt der Gemeinschaft eines jeden Landes der EU, ergibt sich der Anteil an der Whrungseinheit. Daraus resultierend knnen Schwankungen einer Whrung durch eine andere ausgeglichen werden. Der Leitkurs der DM betrgt seit dem12. Januar 1987 0,485784 ECU. Bei den Leitkursen eines Landes darf nur eine Schwankung von 2,25% auftreten. Italien, Grobritannien und Spanien erhielten bei ihrem Einttrit ausnahmsweise einen Schwankungsbereich von 6%.
1989 legte Jacques Delors einen detaillierten Plan fr eine Whrungsunion vor, der die Grundlage fr den Maastrichter Vertrag bildete, der von allen zwlf Mitgliedslndern der damaligen Europischen Gemeinschaft (EG) im Mrz 1992 unterzeichnet wurde. Der Maastrichter Vertrag sieht den bergang zur Whrungsunion in drei Stufen vor. In einer ersten Stufe soll die Wirtschafts- und Whrungspolitik der einzelnen Mitgliedslnder besser koordiniert werden (Liberalisierung des Kapitalverkehrs, verstrkte wirtschaftspolitische Abstimmung der Regierungen, Strkung des Ausschusses der Zentralbankgouverneure), bevor in einer zweiten Stufe - die wie vereinbart am 1. Januar 1994 in Kraft trat - das Europische Whrungsinstitut (EWI) eingerichtet wurde, die Vorgngerorganisation der spteren Europischen Zentralbank (EZB). Die dritte Stufe umfasst schlielich die unwiderrufliche Festlegung der Wechselkurse zwischen den teilnehmenden Whrungen und die allmhliche Umstellung auf die neue Whrung. Ab diesem Zeitpunkt bernimmt die EZB die Verantwortung fr die Whrungspolitik der Union. Die Hauptaufgabe der EBZ besteht in der Erhaltung der Geldwertstabilitt, sie wird jedoch die Verantwortung fr die Wechselkurspolitik gegenber Nichtmitgliedern der EU mit dem Ministerrat teilen.
Der bergang zur dritten Stufe erfolgt nicht automatisch, die einzelnen Teilnehmer mssen sich qualifizieren. Der Vertrag benennt hierfr folgende Konvergenzkriterien:

  1. Whrend der letzten zwei Jahre vor Eintritt in die Whrungsunion muss sich die Whrung des Landes innerhalb der Grenzen des Europischen Wechselkursmechanismus bewegt haben.
  2. Die durchschnittliche Inflationsrate bei den Verbraucherpreisen darf nicht mehr als 1,5 Prozent ber den Raten der drei Lnder liegen, die im Vorjahr das niedrigste Inflationsergebnis hatten.
  3. Der durchschnittliche Zinssatz fr langfristige Anlagen darf nicht mehr als zwei Prozentpunkte ber dem Zinssatz der drei Lnder liegen, die in dieser Hinsicht im Vorjahr am besten abgeschnitten haben.
  4. Das ffentliche Defizit sollte nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen, und das Verhltnis der Gesamtstaatsverschuldung zum BIP sollte nicht ber 60 Prozent liegen.

Ab dem 1. Januar 1999 sollen in allen Lndern des Euro-Whrungsgebietes, allein der Euro als Whrung Gltigkeit haben. Die alten nationalen Whrungen bleiben zwar vorlufig weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel, aber nur als Nebenwhrung mit rein nationaler Gltigkeit. Die Kontinuitt ursprnglich auf Ecu oder auf nationale Whrungen lautender Vertrge wird bei der Einfhrung des Euro garantiert. Sptestens am 1. Januar 2002 sollen die Euro-Banknoten und -Mnzen eingefhrt werden, die nach sechs Monaten - solange bleiben die nationalen Whrungen parallel im Umlauf - alleiniges Zahlungsmittel sein sollen.

Politische Diskussion

Wer zu den Grndungsmitgliedern der Europischen Whrungsunion (EWU) gehren wird, entscheidet sich in diesen Tagen auf der Basis der Wirtschafts- und Finanzdaten des laufenden Jahres. Ende 1996 erfllte nur Luxemburg alle Konvergenzkriterien, die zur Teilnahme an der EWU berechtigen. Im selbem Jahr konnten lediglich die Niederlande, Irland, Luxemburg und Dnemark ihre Neuverschuldung unter der vertraglich vereinbarten Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) halten. Das Haushaltsdefizit lag in Frankreich, Belgien, Finnland, Schweden und Portugal zwischen drei und vier Prozent und nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland bei 3,8 Prozent. Die Etats von sterreich, Grobritannien und Spanien wiesen ein Defizit zwischen 4 und 5 Prozent aus, deutlich hher war es in Italien und Griechenland. Der Durchschnittswert in der EU betrug 4,4 Prozent.
Kritiker behaupteten, die Einfhrung des Euro falle in eine Zeit des wirtschaftlichen Umbruchs in Europa (Zerfall des Ostblocks, gravierende Vernderungen der Weltwirtschaft, billigere Konkurrenz). Der harte Sparkurs aller europischen Regierungen, der notwendig sei um die Konvergenzkriterien zu erfllen, verschrfe die europaweit ohnehin hohe Arbeitslosigkeit und treibe die Staatsverschuldung in die Hhe. Daher fordern einige Wirtschaftexperten eine Verschiebung der Whrungsunion oder eine grozgigere Interpretation der Kriterien. Whrend Deutschland auf die strikte Einhaltung aller Kriterien dringt, zeigen andere Lnder Verstndnis fr die zuletzt genannte Alternative. Auf Drngen Deutschlands einigten sich die EU-Finanzminister im Dezember 1996 auf den sogenannten Stabilitts- und Wachstumspakt. Danach sollen, bei der Feststellung eines bermigen Haushaltsdefizits eines EU-Landes, unter bestimmten Bedingungen auch Sanktionen gegen die Haushaltssnder verhngt werden knnen. Da die Whrungspolitik eng mit der Wechselkurspolitik zusammenhngt, fhrt gerade die Frage nach der Rolle der EZB zu Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich. Whrend die deutsche Seite die Unabhngigkeit der EZB gewahrt sehen will, die- nach dem Vorbild der Bundesbank - die Stabilitt der Whrung sichern soll, pldiert die franzsische Seite dafr, der EZB einen Wirtschaftsrat gegenberzustellen, der die Finanzpolitik der Teilstaaten koordiniert und damit auch Einflu auf die Notenbankpolitik nehmen knnte.

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